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28.01.2010

Rollentausch mit Sophie Marceau

dpa Berlin.
Von Aliki Nassoufis
Frauen werden schnell hysterisch und kaufen ständig Klamotten; Männer dagegen geben sich im Job als Alleskönner und stehen doch verloren vor einer Waschmaschine: Klischees über die Unterschiede zwischen den Geschlechtern boten schon häufig Stoff für Komödien.
 
Immer wieder arbeiten sich Regisseure an den vermeintlichen Eigenheiten und Seltsamkeiten von Frauen und Männern ab. Nun setzt auch die Französin Pascale Pouzadoux auf dieses Sub-Genre. In „Auf der anderen Seite des Bettes“ lässt sie die stets reizende Sophie Marceau und den durch den Kinoerfolg „Willkommen bei den Sch'tis“ bekannten Dany Boon einen Rollentausch starten. Die Hausfrau und Mutter übernimmt für ein Jahr die Aufgaben ihres Mannes in einer Baugerätefirma, er dagegen hütet von nun an Haus und Kinder. Über banale Alltagsbeobachten kommt der eher oberflächliche Film dabei allerdings kaum hinaus.

Ariane (Marceau) ist es leid, den ganzen Tag nur durch die Gegend zu hetzen und ihre Kinder zu versorgen, ohne dass irgendjemand etwas davon wahrnimmt. Auch ihr Mann Hugo (Boon) registriert ihr Herumwirbeln kaum, sondern kritisiert lieber mal die Fehler und das Unerreichte. Als Hugo, ansonsten kompetenter Leiter einer größeren Firma, dann auch noch als Vater versagt und seine kleine Tochter beim Arzt vergisst, hat Ariane genug. Sie will sich trennen – es sei denn, Hugo lässt sich auf einen Tausch ein, bei dem beide in die Rolle des jeweils anderen schlüpfen. So unter Druck gesetzt, stimmt Hugo schließlich widerwillig zu.

Auch wenn diese Ausgangssituation durchaus eine reizvolle Idee ist und für zahlreiche komische Momente sorgen könnte, schöpft Regisseurin Pouzadoux dieses Potenzial nur selten aus: Beispielsweise als Hugo irgendwann eine seiner neuen Aufgaben zu mögen beginnt und sichtlich vergnügt Teile aus Arianes Schmuck-Kollektion verkauft. Umgeben von vier Damen liegt er in einer Szene am Pool und zeigt entspannt Bilder seiner Kinder, während die Kundinnen aufgeregt nach „Bijou! Bijou!“, also Schmuck verlangen. Oder als Hugo leger gekleidet durch seine Firma spaziert, um seiner Frau zu einem Erfolg zu gratulieren – und seine in Anzügen eingeschnürte und hektisch arbeitenden Ex-Kollegen gut gelaunt grüßt.

Boon verkörpert diesen Karrieretyp, der zum Vollblut-Papa mit Busenfreundin wird, mit dem notwendigen Witz und jungenhafter Experimentierfreude. Auch Marceau, die einst als Teenager mit „La Boum – Die Fete“ die Leinwände eroberte, ist charmant wie immer. Doch ihre Rolle bietet ihr dabei nicht viele Möglichkeiten. Etwas naiv und überspannt – wie Frauen in solchen Filmen eben meist sind – tastet sie sich langsam an ihre neue Rolle als Firmenchefin heran, ohne dass wirklich klar wird, was sich in ihr durch den Tausch verändert, was sie dabei bewegt, was sie zu dem äußerlich sichtbaren Wandel antreibt. Daher plätschert „Auf der anderen Seite des Bettes“ leider nur seicht dahin, ohne wirklich einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen.

 
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