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Schauspieler Matthias Schweighöfer
Schauspieler Matthias Schweighöfer
07.01.2010

„Friendship!“: Komödie mit Matthias Schweighöfer

dpa Hamburg.
Von Johannes von der Gathen
Berlin 1989, die altbekannten Bilder, Menschen feiern am Brandenburger Tor, Deutschland einig Partyland. Zwei Jungs aus dem Osten starten in ein großes Abenteuer. „Ich will die „Golden Gate Bridge“ sehen“, verkündet Veit (Friedrich Mücke) seinem Kumpel Tom (Matthias Schweighöfer), und kurze Zeit später stehen die beiden Greenhorns bereits in New York neben Mülltonnen auf der Straße. Mit exakt 55 Dollar Begrüßungsgeld in der Tasche.
 
Veit muss unbedingt weiter nach San Francisco, weil er dort seinen Vater vermutet, den er seit über zehn Jahren nicht mehr gesehen hat. Bis die beiden Ostdeutschen allerdings im „Sunshine State“ Kalifornien eintrudeln, lernen sie nicht zuletzt die Schattenseiten des „American Dreams“ kennen.

Markus Gollers kurzweilige, aber arg einfältige Komödie „Friendship!“ führt schnurstracks und ohne Subtilitäten vom sozialistischen Regen in die neokapitalistische Traufe. Dabei lässt der in den USA lebende Regisseur, der in den letzten Jahren vor allem Werbefilme gedreht hat, kein Klischee über den Clash der Kulturen aus.

Die beiden Ossis outen sich bereits beim Zoll als Kommunisten und werden prompt verhaftet. Später düsen sie als „Easy Rider“ mit einer Horde wilder Burschen über den Highway, lernen puritanische Hinterwäldler kennen oder verkaufen selbst angemalte Steine als Souvenirs von der Berliner Mauer. Der Humor-Höhepunkt ist definitiv erreicht, als Tom und Veit aus Geldnot in einer Schwulenbar als russische Soldaten verkleidet unter dem Johlen des Publikums einen Strip hinlegen. Dazu läuft dann die DDR-Hymne „Auferstanden aus Ruinen“.

Ob die Produzenten Max Wiedemann und Quirin Berg, die vor einigen Jahren mit dem oscargekrönten „Das Leben der Anderen“ eine Sensation schafften, mit diesem halbherzigen Humorauflauf ähnliche Erfolge feiern können, darf stark bezweifelt werden. Dafür hangelt sich das Drehbuch von Oliver Ziegenbalg viel zu lustlos von Gag zu Gag, dazwischen gibt es dann etwas Kritik am Kapitalismus, bevor der Film wieder ziemlich ungeniert in Ostalgie badet.

Dabei legen sich die Hauptdarsteller durchaus ins Zeug, um dem lahmen Plot Leben einzuhauchen. Jungstar Matthias Schweighöfer („Der rote Baron“, 12 Meter ohne Kopf“), der sich seine Rollen vielleicht etwas sorgfältiger aussuchen sollte, gibt den impulsiven Draufgänger, während der noch weitgehend unbekannte Friedrich Mücke für den Part des introvierten Bedenkenträgers zuständig ist. Nur ist diese Rollenzuteilung letztlich auch viel zu holzschnittartig. Am Ende düst ein Trabi über die „Golden Gate Bridge“, und alle sind glücklich. Nur die Zuschauer nicht unbedingt.

 
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