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ab/am 18.02.2010

„Nine“: Belangloses Musical mit Starbesetzung

dpa Berlin.
Von Aliki Nassoufis
Wenn es um Musicals geht, ist Regisseur Rob Marshall eigentlich Profi. Immerhin arbeitete er jahrelang selber als Sänger und Tänzer in Broadway-Stücken, bevor er Choreograph wurde. Mit seinem ersten Kinofilm „Chicago“ feierte der US-Amerikaner dann auch auf der Leinwand große Erfolge und gewann sechs Oscars. Nun kommt Marshalls neues Musical-Großprojekt „Nine“ mit sechs Oscar- Preisträgern in die Kinos. Neben Daniel Day-Lewis singen und tanzen dort gleich mehrere Hollywoodschönheiten wie Penélope Cruz, Kate Hudson, Nicole Kidman und Marion Cotillard. Doch trotz Marshalls großem Erfahrungsfundus und der atemberaubenden Optik enttäuscht „Nine“, sind doch die Musiknummern nur wenig originell und die Inszenierung über rund zwei Stunden lang schlichtweg zu gewöhnlich.
 
Angelehnt an Federico Fellinis Klassiker „8 1/2“ erzählt „Nine“ die Geschichte eines weltberühmten italienischen Regisseurs, der mitten in einer Schaffens- und Sinnkrise steckt. Die Dreharbeiten zu seinem neuen Film sollen zwar in Kürze beginnen, doch der Regisseur weiß noch gar nicht, um was es darin eigentlich gehen soll. Der zweifache Oscarpreisträger Day-Lewis („There Will Be Blood“) verkörpert diesen verzweifelten Künstler Guido Conti souverän mit einer Mischung aus Arroganz und Niedergeschlagenheit.

Die eigentlichen Höhepunkte des Films sollen allerdings die Auftritte der Frauen in Contis Leben sein. Doch auch wenn einem die hochkarätige Besetzungsliste zunächst einmal die Sprache verschlägt, wird schnell klar, dass „Nine“ darüber hinaus wenig zu bieten hat. Stattdessen wirkt das Musical schnell wie eine kühle und uninspirierte Nummernrevue bekannter Stars, bei der jede Musicalszene für sich genommen nett anzusehen ist, der Funke aber nur selten überspringt. Sicher, alle Damen sehen umwerfend aus: Kate Hudson beispielsweise strahlt in ihrem silber-funkelnden Dress, Sophia Loren füllt die Leinwand sofort mit ihrer Präsenz und auch Stacy Ferguson alias Fergie von den Black Eyed Peas zeigt einmal mehr, dass sie zeitgleich tanzen und singen kann.

Doch wirklich haften bleiben die meisten dieser Auftritte nicht, dafür sind auch die Songs nicht einprägsam und mitreißend genug. Bis auf zwei Ausnahmen: Penélope Cruz sticht als Contis Geliebte hervor und betört nicht nur den Regisseur mit ihrem extrem sinnlichen und lasziven Spiel. Vor allem aber die Französin Marion Cotillard, die als Edith Piaf in „La Vie En Rose“ ihren Durchbruch feierte, verschafft „Nine“ etwas Tiefgang. Sie ist die betrogene Ehefrau Contis, die tief verletzt um ihre Würde und Fassung kämpft. In ihrem Lied – fast dem einzigen, das nicht nur auf weibliche Reize ausgelegt ist – gelingt es Cotillard herausragend, die Melancholie und den Schmerz nur durch ihre Stimme und die traurigen Augen auch auf die Zuschauer zu übertragen. Leider ist dies die einzige wirklich emotional-berührende Szene des ansonsten eher belanglosen Films.

 

 
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