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28.01.2010

Lecker Wetter

dpa Berlin.
Von Elke Vogel
Dieser Film macht Appetit auf mehr. In dem 3D- Animations-Spektakel „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“ regnet es Cheeseburger, Käse, Pizza, Hähnchenschenkel und Eis vom Himmel. Das Wetter spielt verrückt. Schuld daran ist der unscheinbare junge Forscher Flint Lockwood.
 
Regenwasser kann er mit Hilfe extrem komplizierter Technik in die Lieblingsgerichte seiner Nachbarn transformieren. Eine willkommene Abwechslung in dem kleinen Provinzstädtchen Affenfels, das seit Jahrzehnten vom Sardinenfang gelebt hat und Fische inzwischen gründlich satt hat.

Die moderne Schlaraffenland-Fantasie der amerikanischen Animationsfilmer Christopher Miller und Phil Lord (Sony Pictures Animation) basiert auf dem gleichnamigen, 1978 erstmals erschienenen Kinderbuch von Judi Barrett. Der Film fährt alle technischen Raffinessen auf, beeindruckt mit großem Tempo, Witz und Ironie. Dabei ist die Story ziemlich vorhersehbar.

Großartig aber ist die Zeichnung der einzelnen Charaktere: Der spindeldürre Flint als „Nerd“, der mit seinem kleinen Äffchen ständig in seinem Laboratorium rumhängt und keine Freunde hat. Oder Flints stämmiger Vater mit seinem dicken Schnauzbart und den Augenbrauen, die so ausufernd buschig sind, dass sie die Augen vollständig bedecken. Gerne hätte er, dass sein Sohn tatkräftiger Partner im familieneigenen Angler-Laden wird. Doch Flint sträubt sich, lieber will er weiter zurückgezogen an seinen Erfindungen tüfteln.

Flints Leben als Eigenbrötler findet ein abruptes Ende, als endlich eine seiner Erfindungen funktioniert und die Wundermaschine zur Freude seiner Mitmenschen Essen regnen lässt. Jeden Tag nimmt Flint von da an Wünsche für Leibgerichte entgegen. Zum Frühstück segeln Pfannkuchen, Rühreier und Speckstreifen direkt in die Münder der gierigen Affenfels-Bewohner. Zum Geburtstag des Sohnes des jähzornigen Polizisten zaubert Flint eine gigantische Schneelandschaft aus Schokoladen-, Pistazien-, Vanille- und Erdbeereis.

Vor allem der Bürgermeister kann den Hals nicht voll bekommen. Er bewirbt sein Städtchen schon als kommende Touristen- Attraktion inklusive attraktiver Käsedip-Quellen. Der Mann selbst futtert sich im Laufe des Films so viele Pfunde an, dass er kaum noch wiederzuerkennen ist. Doch die Gier der Menschen überfordert Flints Maschine, die die Lebensmittel plötzlich zu monströsen Riesengebilden mutieren lässt.

Dann taucht plötzlich auch noch Sam Sparks auf, die beim Fernsehen ein Praktikum als Wetterfee macht und über das Wetterphänomen berichten soll. Flint vergisst für einen Moment seine Maschine und verliebt sich in dieses bezaubernde, Wackelpudding liebendes Wesen – das in Wirklichkeit genauso ein „Nerd“ wie Flint ist.

In der Zwischenzeit wird die Bedrohung durch die mutierten Lebensmittel immer größer. Pfannkuchen-Ufos legen sich über die Dächer des Städtchens, riesige Äpfel und Melonen rollen durch die Straßen, ein Tornado aus Spaghetti mit Fleischbällchen nimmt Kurs auf Affenfels. Flint und Sam treten eine gefährliche Mission zur Rettung der Stadt an. Alles in allem für Kinder und jung gebliebene Erwachsene ein großer Spaß.

 
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